Eduard Spenger im Porträt

Am 19. Juni 2004 verstarb nach längerer Krankheit Eduard Spenger im Alter von 82 Jahren in Forchheim. Der Schach-Enthusiast, der seit den 60-er Jahren zum festen Stamm der Schachspieler der Stadt gehörte, war Gründungsmitglied des Schachclub Forchheim anno 1977 und seit 1997 eines von zwei lebenden Ehrenmitgliedern. Sein Tod kam trotz seiner Erkrankung dennoch überraschend.

Portrait

Eduard Spenger

Am 21. Oktober 1921 wurde Eduard Spenger in Dillingen an der Donau als Sohn eines Regierungsbeamten geboren. Seine Mutter starb bereits in jungen Jahren 1938. Aufgewachsen ist er in Augsburg, wo er auch sein Abitur ablegte und dann den Reichsarbeitsdienst (RAD) sowie den Wehrdienst leistete. Bereits mit 22 Jahren war er dann Marineoffizier bei der Marineartillerie, machte eine U-Boot-Ausbildung an der Ostsee und fuhr ein einziges Mal auf einem U-Boot mit. Hauptsächlich hatte er während des Krieges mit der Minenräumung zu tun. Dabei hatte er das Pech, zweimal von Minen versenkt zu werden, aber das Glück, dies beide Male zu überleben. Nach Einsätzen in Skandinavien geriet er in kanadische und dann britische Kriegsgefangenschaft in Norwegen und Dänemark. Eineinhalb Jahre war er in der Folge für die Royal Navy tätig, die seine Qualifikation und seine Kenntnisse als Navigator schätzten.

1948 wurde er in die Heimat entlassen und begann ein Studium als Textil-Ingenieur in Reutlingen und Stuttgart. Nach Abschluß des FH-Studiums gelangte er zum Dierig-Konzern nach Augsburg, von wo er 1953/54 nach Forchheim zur Spinnerei abgeworben wurde. Dort wurde er Betriebsleiter und sorgte mit der forcierten Ausweitung und Intensivierung der bereits bestehenden Herstellung von Gewebeeinlagen in Autoreifen für einen Aufschwung des Werkes, dessen Existenz damit für viele Jahre gesichert war. Dunlop, Pirelli und Conti waren die internationalen Kunden. 1987 schließlich ging er in den wohlverdienten Ruhestand.

Das Schachspiel lernte Eduard Spenger nach dem Unterricht in der Schule bei einem engagierten Mathematiklehrer in Augsburg. Dem Schachspiel widmete Eduard Spenger einen großen Teil seiner Freizeit, so war er unter anderem beim SC Waischenfeld, bei der Schachabteilung des TSV Kirchehrenbach, bei der Schachabteilung des VfB Forchheim 1861 (1965-1972) und bei der Schachabteilung der SpVgg Jahn Forchheim (1972-1977) als Spieler aktiv. In die Siegerliste konnte er sich beim SC Forchheim 1981/82 als Gewinner der Vereinsmeisterschaft Gruppe B (zusammen mit Hans Jörg Matheiowetz) eintragen.

Erst vor wenigen Jahren hatte sich Eduard Spenger, der bis dahin Stammspieler in der Kreisliga gewesen war, aus Altersgründen vom aktiven Schachspiel zurückgezogen, war dem Schachclub Forchheim jedoch weiterhin verbunden geblieben. Der SC Forchheim und mit ihm das Schach in unserer Stadt verlieren mit Eduard Spenger nicht nur einen der bekanntesten Schachspieler, sondern auch einen lieben Schachfreund.

Autor: Udo Güldner