Einen Punkt beim Tabellenführer erkämpft

Dr. Reinmar Killmann

Da wäre der Spitzenreiter der Kreisliga 1 in Bestbesetzung gegen einen Aufsteiger in Unterzahl fast abgestürzt. Mit Mühe erreichte der SK Herzogenaurach gegen unsere 4. Mannschaft ein 4:4 Unentschieden, die dadurch unserer 3. Mannschaft zugleich Schützenhilfe im Aufstiegskampf gab. Dank einer geschlossenen Teamleistung gegen den Favoriten hat Rainer Ratajczaks Truppe zugleich auch weiter Boden im Kampf um den Klassenerhalt gutgemacht. Dabei wuchsen Michael Stephan, Maximilian Theiler, Josef Heinkelmann und der Kapitän selbst über sich hinaus. Jetzt mit Bericht.

SK Herzogenaurach

– SC Forchheim 4

4:4
Martin Glitz

(2026)

– Michael Stephan

(1849)

remis
Rafael Trockmann

(1960)

– Maximilian Theiler

(1698)

0:1
Timm Eichstädt

(1916)

– Martin Killmann

(1875)

1:0
Reinhard Walther

(1848)

– Josef Heinkelmann

(1719)

remis
Dr. Manfred Habermann

(1856)

– Rainer Ratajczak

(1635)

0:1
Norbert Wolter

(1794)

– Robert Wagner

(1687)

1:0
Andrej Sacharenko

(1698)

– Dr. Reinmar Killmann

(1663)

0:1
Stefan Sattler

(2021)

– Ludwig Seuberth

(1611)

1:0 kl.

Hier der Bericht von Kapitän Rainer Ratajzcak:

„Ursprünglich wollte ich den Bericht etwas anders anfangen. Aber ich will die Einleitung/Kurzbericht ein wenig relativieren bzw. etwas bescheidener formulieren. Unser Gastgeber lief nie wirklich in Gefahr abzustürzen. Und wir mußten uns auch etwas mehr mühen als die Herzogenauracher um am Ende nicht unverdient einen Punkt vom Tabellenführer der K1 mitzunehmen. Aber nun zum Spiel! Der Mannschaftskampf begann schon mit einem Paukenschlag. Nach nur ungefähr fünf Minuten Spielzeit gewann Maximilian Theiler seine Partie an Brett 2. Im Schach stehend, konnte er die gegnerische, schachgebende Dame kompensationslos mit einem Springer vom Brett entfernen. Damit stand es 1:0 für uns. Allerdings sollte dieser Punkt für eine lange Zeit unser einziger Punkt bleiben. Nach einer Stunde mussten wir erstmal kampflos den Ausgleich hinnehmen. Als dann auch Martin Killmann an Brett 3 seine Partie verlor, lagen wir nicht überraschend im Rückstand, da sich die Niederlage leider schon abgezeichnet hatte. Ein gänzlich unterentwickelter Königsflügel, ein König, der sein Rochaderecht verloren hatte und eine Leichtfigur (für 3 Bauern) weniger, waren in der Summe zuviel und Martin mußte die Partie bald verloren geben. Das 3:1 für die Gastgeber fiel an Brett 6. Robert Wagner, der auch dieses Mal wieder mit den wenig geliebten, schwarzen Steinen spielen musste, war von Anfang an in die Defensive gedrängt worden. Robert verteidigte sich gewohnt geschickt, aber sein Gegner verstärkte die weiße Stellung Zug um Zug, sodass am Ende jede Gegenwehr nutzlos wurde. Schade, denn die Partie hielt sich augenscheinlich doch sehr lange in Remisbreite. Aber das sollte unsere letzte Niederlage an diesem Tag sein. Mit einem Remis an unserem obersten Brett holte Michael Stephan den nächsten halben Zähler für die 4.Mannschaft. Gegen die Nr. 1 des SK Herzogenaurach spielte Michael eine – soweit ich es beurteilen kann – solide Partie. Der Gedanke, dass er die Partie verlieren könnte, kam nicht auf. Ein wichtiges Gefühl der Sicherheit! Den Anschluss schaffte der Teamchef selbst. Ein Angriff auf die gegnerische Königsstellung bescherte ihm erst den Gewinn eines Läufers und mit diesem Vorteil in der Hand nach rund 5 Stunden Spielzeit auch den Gewinn der Partie. Kurz darauf kam es schon zum Ausgleich durch Reinmar Killmann. In einer Stellung mit jeweils einem Turm und einem Springer spielte Reinmar schon mit einen Mehrbauern. Als seine Figuren immer mehr Raum gewannen, fiel noch ein weiterer Bauer in die Hände des Forchheimers. Nachdem sich dann auch noch die Anzahl der Figuren auf dem Brett reduzierte, gewann Reinmar das entstandene Endspiel sehr sicher. Damit stand es 3,5 zu 3,5 und in der letzten Partie an Brett 4 führte Josef Heinkelmann die schwarzen Steine. In einer Partie, in der die (gefühlten) Vor- und Nachteile nur so wechselten, sah es nach fünfeinhalb Stunden Spielzeit nach Remis aus. Indentisches Spielmaterial und kaum erkennbare positionelle Vor- bzw. Nachteile auf beiden Seiten. Lediglich 15 Minuten weniger Bedenkzeit für Josef konnten vielleicht noch ein wenig nachdenklich machen. Nachdem ein erneutes Remisangebot abgelehnt wurde, verlor Josef durch eine Fehleinschätzung in immer größer werdender Zeitnot seine zwei Bauern. Das in einem Turmendspiel trotzdem immer alles möglich zu sein scheint, bewies Josef dann in den letzten 10 Minuten der Partie. Mit den vermutlich etwas besseren Kenntnissen in Turmendspielen gelang es ihm eine Stellung zu erreichen, in der sein König auf „Patt“ stand. So konnte sich sein Turm mit jeden Zug wieder zum Opfer anbieten. Mit Annahme des Opfers hätte sein König patt gestanden. Als sein Gegner dies erkannte, zog er noch ein wenig umher, um in der Folge einen der beiden Bauern zu verlieren. So einigten sich die beiden Spieler – nach 116 Zügen und 5:55 Stunden Spielzeit – schließlich schiedlich friedlich auf Unentschieden, was uns einen weiteren, wichtigen Punkt für den Klassenerhalt beschert!“