Am vergangen Samstag fand die JKEM 2026 des Schachkreises Mittelfranken-Nord im Sportheim des TSV Brand, ausgerichtet von der SG Eckental, statt. Dies ist ein kleiner Bericht aus der Sicht des 2. Kreisjugendleiter und 2. Jugendleiter des Schachclubs Forchheim.
Allgemeins
Ein Sporthalle mit angeschlossener Gastwirtschaft und Kellerräumen zur Verfügung bildeten eine gute Grundlage für eine tolle Veranstaltung. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten mit Swisschess und den Änderungen der Spielmodi, da es für ein Rundensystem zu viel wurde, ging es etwas verspätet auch los. In jeder Gruppe war der Spielmodus Schnellschach mit 20 Minuten ohne Inkrement pro Spieler. Gespielt wurde entweder im Schweizer System mit 7 Runden oder bei zu wenig Teilnehmern im Rundensystem. Schiedsrichter für die JKEM waren Harald Braungardt von der SG Eckental und meine Wenigkeit. An dieser Stelle schon mal ein herzliches Dankeschön an Harald für die gute Zusammenarbeit!
Da es für manche Gruppen zu wenig Teilnehmer waren, wurden Altersgruppen zusammen gelegt. Die U8 hatte nur einen Mitspieler. Dieser wurde dann ins parallel stattfindente NeST Turnier gelegt. Den Sieg in der Alterskategorie U8 hatte er damit sicher.
Die Newcomer im Turnier
In der U10 gab es 4 Spieler und in der U12 18. Die U12 war damit unsere größte Gruppe. Diese beiden Gruppen haben wir zusammen gelegt. Vom SC Forchheim waren Karl und Tim dabei. Dies war für beide die erste Kreiseinzelmeisterschaft, für Karl sogar das erste Schachturnier überhaupt. Beide spielten hier mit 3 aus 7 ein gutes Ergebnis ein. Dies waren in der Tabelle Platz 12 und 14. Bei der Recherche über vergangene JKEM Teilnahmen ist mir aufgefallen, dass viele der Teilnehmer bereits ihre 2. oder 3. JKEM Teilnahme haben. Das macht ein gutes Ergebnis nur noch besser! Super gemacht ihr beiden 🙂 Da freuen wir uns riesig auf eure weiteren Spiele.
Tobi voll in Fahrt
Die U14 war das einzige Rundenturnier. Es spielten sieben Spieler mit. Den Favoriten der Gruppe stellte in diesem Fall der SC Forchheim. Sein Name ist Tobias. Nach starken Auftritten in der Regional- und Kreisliga am Wochenende zuvor, zeigte Tobi auch hier keine Angst und spielte befreit auf. Nach dem Sieg im Spitzenduell in der vierten Runde war er auch alleiniger Spitzenreiter. Ein Position die er bis zum Ende verteidigen sollte. Mit 6 aus 6 war der Gruppensieg in trockenen Tüchern. Da der Erstplatzierte sich sicher qualifiziert, dürfen wir Tobi herzlich zur erneuten Qualifikation für die Bezirksmeisterschaft gratulieren 🙂
Sportlichkeit und Spaß
Die Gruppe mit der größten Aufregung war tatsächlich die U16-U25 Gruppe. Aber starten wir am Beginn. 6 Spieler aus der U16 wurden mit 4 Spielern aus der U25 zu einer großen Gruppe im Schweizer System zusammengefügt. Ursprünglich waren nur 8 Anmeldungen, da hätten wir noch ein Rundenturnier gespielt. Die U25 kann sich nicht für die Bezirksmeisterschaft qualifizieren, da es dort nur bis zur U16 geht. D.h. der beste der U16 Spieler qualifiziert sich für den Bezirk, egal wie gut die U25 Spieler platziert sind. Von der Spielstärke her war es zwischen den Gruppen auch gut durchgemischt . Für Forchheim spielten in der U25 Moira, Felix und Jonas I mit. Der Gesamtsieg der Gruppe ging verdient an Avetis(Sieger U16, 7 aus 7) von der SG Eckental, während sich Jonas Platz 2 (Sieger U25 5,5 aus 7) holte. Felix kam auf Platz 4. Moira landete mit 1,5 aus 7 leider auf dem letzten Platz, kämpfte aber super mit!
Jetzt aber zum kleinen „Aufreger“. In der Zeitnotphase, mit umfliegenden Figuren und aller Dramatik, welche dazu gehört, schaffte es Felix mit Läufer + Bauer + König vs. König auf den ersten Blick erfolgreich hervorzugehen. Jedoch war es ein Randbauer und der Läufer hatte nicht die Farbe des Umwandlungsfelds. Der Gegner hatte noch 19 Sekunden während Felix noch gut 1:20 min hatte. Als plötzlich der gegnerische Spieler auf die Uhr drückte und sich auf eine FIDE Regel berief, welche weder der anwesenden Turnierleitung noch den anwesenden Regionalschiedsrichtern (sie waren als Zuschauer vor Ort und boten Hilfe an) bekannt war. Die Regel besagt grob, dass in einer Partie ohne Inkrement in einer theoretischen Remisstellung Inkrement auf elektronischen Uhren aktiviert werden muss, um eine Zeitüberschreibung zu verhindern. Ob und wie weit diese Regel wirklich anwendbar war, da es dafür wohl Vorrausetzungen gibt, ist mir auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ganz klar. Eine Person mit Schiedsrichterschein wollte schon ihr FIDE-Regelbuch suchen. Dazu kam es jedoch nicht. Warum? Weil Felix das ganze als Spaßturnier betrachtete und keine große Diskussion lostreten wollte sondern für ihn der Spaß und die Sportlichkeit an erster Stelle steht. Er bot seinen Gegner Remis, welches angenommen wurde, um die Situation zu entschärfen. Super Sportsgeist von dir Felix!
Über die NeST-Gruppe kann ich leider zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht viel sagen, da ich auf die JKEM fokussiert war.
Danke an alle, die diesen ellenlangen Artikel bis zu Ende gelesen haben. Ich versuche mich beim nächsten mal wieder etwas kürzer zu halten.