Ein Sieg gegen „Pech“hofen – jetzt mit Berichten und Partien

FM Prof. Dr. Robert Weigel

Einige Aufstellungssorgen hatte Christoph Stäblein in der Regionalliga Nordost. Auch der Kapitän selbst konnte unserer 2. Mannschaft gegen den SC Bechhofen nicht beistehen. Mit drei Ersatzleuten und einem 5,5:2,5 Kantersieg kamen unsere Spieler aus der Nähe Ansbachs zurück. Durch Siege der ersten fünf Bretter, darunter durch Léon Mons gegen den früheren Bayerischen Meister FM Dieter Lutz, sammelten wir wichtige Punkte gegen den Abstieg, mit dem sich nun der SC Bechhofen als Schlusslicht der Tabelle ernsthaft beschäftigen muss. Jetzt mit Berichten von FM Dieter Seyb und Michael Burggraf.

SC Bechhofen

– SC Forchheim 2

2,5:5,5
FM Dieter Lutz

(2266)

– Léon Mons

(2119)

0:1
Christoph Alsheimer

(2143)

– FM Dieter Seyb

(2202)

0:1
Lorenz Ponnath

(1958)

– Michael Burggraf

(2093)

0:1
Thomas Lutz

(1932)

– FM Prof. Dr. Robert Weigel

(2060)

0:1
Klaus Böse

(1931)

– Eduard Miller

(2076)

0:1
Harald Kaiser

(1962)

– Eugen Walter

(1898)

1:0
Patrick Wind

(1904)

– Alfred Balle

(1901)

remis
Dr. Rainer Lutz

(1872)

– Edgar Schwab

(DWZ)

1:0

Hier der Bericht Michael Burggrafs:

„Am Sonntagmorgen traf sich eine gut gelaunte Truppe am Großparkplatz in Erlangen um gemeinsam nach Bechhofen aufzubrechen. Gut gelaunt und entspannt, da wir mit drei Ersatzleuten ohne großen Druck aufspielen konnten, denn die Bechhöfener würden uns sicher mit einer schlagkräftigen Mannschaft empfangen – schließlich mussten wir unbedingt besiegt werden, damit sie den vorletzten Platz verlassen konnten. Vor Ort angekommen durften wir feststellen, dass auch die Gastgeber nicht die Topmannschaft auf die Beine bringen konnte, sodass wir nach Wertungszahlen fast exakt Gleichstand hatten. Ein offener Wettkampf war zu erwarten. Die Partieverläufe hier mal kurz umrissen, ohne Computeranalyse, einfach aus der Beobachtung (im Vorbeigehen) am Spieltag heraus.

Brett 1 Léon – Dieter Lutz: Eine von Léon sehr schön vorgetragene Partie, in der der ehemalige Bayrische Meister nie richtig zu aktivem Spiel fand. Am Ende dann, von Léon in ein klar gewonnenes Turmendspiel abgewickelt und mit der Drohung ein weiteres Partieformular ausfüllen zu müssen, konnte er Dieter Lutz doch noch zur Aufgabe zwingen. Brett 2 Dieter – Christoph Alsheimer: Christoph hatte bis zu dieser Runde 4 aus 4 und ist bekannt als starker Spieler und guter Rechner. In dieser Partie hat er – so vermute ich – nicht weit genug gerechnet und in einem forcierten Abtausch meherer Figuren und Türme, am Ende einen Bauern weniger. Dieter hat diesen Vorteil nicht mehr aus der Hand gegeben und den vollen Punkt eingefahren. Brett 3 Michael – Lorenz Ponnath: Ich konnte mich relativ gut aufstellen und ohne etwas zu übereilen eine vorteilhafte Position erspielen. Nach 29 Zügen entschied eine Doppeldrohung die Partie zu meinen Gunsten. Brett 4 Robert – Thomas Lutz: Eine umkämpfte Partie, bei der Robert nach Mittelspielgemetzel mit einem fetten Freibauern übrigblieb. Lutz kämpfte noch lange im Endspiel und versuchte jeden kleinen Trick um seine Figuren in den Angriff einzuschalten. Doch Robert behielt die Übersicht und sicherte den Punkt. Brett 5 Eduard – Klaus Böse: Mit kleinen Schritten hat sich „Edi“ Vorteile erarbeitet und den Gegner unter Druck gesetzt. Als dieser nicht die beste Fortsetzung fand, schlug unser Youngster eiskalt zu und nahm die Aufgabe entgegen. Brett 6 Eugen – Harald Kaiser: Nach meiner Ansicht hatte hier Eugen (mit Schwarz), nach nicht optimal vorgetragenem Königsgambit durch den Gegner, die Partie über den Vorteil eines Mehrbauern, den der Gegner nicht kompensieren konnte. Leider ging hier der Faden (irgendwo) verloren und am Ende auch die Partie. Brett 7 Alfred – Patrick Wind: Eine gut angelegte Partie von Alfred, die allerdings etwas Kraft und Zeit kostete. In unklarer Stellung und mit deutlich weniger Zeit, nahm er das Remisangebot an und brachte uns einen halben Punkt näher an den Sieg. Brett 8 Edgar – Rainer Lutz: Edgar konnte mit Schwarz irgendwann nach der Eröffnung das Heft in die Hand nehmen und setzte den Gegner mit aktivem Figurenspiel unter Druck. Nach einigen zweitbesten Zügen war der mittlerweile fest eingeplante und sicher geglaubte Sieg leider völlig überraschend dahin. Eine Mattdrohung (oder Damenverlust) war nicht mehr abzuwehren. Sehr schade Edgar – stark gespielt! Fazit: Wir haben hochverdient gewonnen. Ein 7,5:0,5 (was aufgrund der Partien auch möglich gewesen wäre) wurde zu einem 5,5:2,5 und damit immer noch ein deutlicher Sieg. Den Ersatzleuten (Eugen, Alfred und Edgar) herzlichen Dank für ihren Einsatz!“

Hier der Bericht Dieter Seybs über die Bretter 1-4 im Wettkampf Bechhofen – Forchheim II.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl traten wir Sonntag früh die Fahrt zum Auswärtskampf in Bechhofen an. Immerhin fehlten uns mit Wilhelm, Claus und Mannschaftsführer Christoph gleich drei Stammspieler, die im letzten Wettkampf gegen Erlangen voll gepunktet hatten. Auch die starken „Ersatz“-Spieler Wolfgang und Fabian standen nicht zur Verfügung, so dass wir mit einer halben Bezirksligamannschaft antreten mussten. Dabei ging es doch um relativ viel bei diesem Wettkampf: Es war klar, dass der Verlierer bis zum Schluss gegen den Abstieg mitspielen wird. Der Wettkampf nahm zunächst einen unglücklichen Beginn, weil sich mein Navi kurz vor dem Ziel verirrte und wir froh sein mussten, dass wir mit nur zehnminütiger Verspätung nach einer Odyssee durch eine Vielzahl kleiner Dörfer doch noch die Bretter erreichten – ein Teil der Bedenkzeit war da aber schon verstrichen. Relativ rasch bemerkten wir aber, dass unsere Chancen an diesem Tag gut standen, weil wir die gefürchteten Bechhofener Spitzenbretter gut im Griff hatten. Besonders eindrucksvoll war die löwenstarke Leistung von Léon gegen FM Dieter Lutz, der vor nicht allzu langer Zeit noch zu den stärksten deutschen Jugendspielern zählte. Léon hatte seinen Kontrahenten aus der Eröffnung heraus fest im Griff, spielte einen wunderschönen Angriff und schaukelte schließlich ein Turmendspiel mit drei Bauern sauber nach Hause. Ich hatte vor meinem Gegner Christoph Alsheimer schon gehörigen Respekt, hatte dieser doch bis dahin 4 aus 4 aufzuweisen. Christoph war auf meine Standardvariante 1. …g6 offensichtlich auch gut vorbereitet und spielte die Eröffnung ziemlich schnell und aggressiv (die ersten zehn Züge waren nur Bauernzüge!). Er wusste aber nicht, dass ich genau diese Art von Attacke liebe und so fühlte ich mich rasch sehr wohl in dem entstandenen Stellungstyp. Wenngleich es im Mittelspiel noch hätte Komplikationen geben können, war der Spielverlauf dann doch relativ klar. An Brett 3 stand Michael gegen den geschlossenen Sizi seines Gegners von Anfang an gut. Der Gegner musste (?) einige sehr unnatürlich aussehenden Züge wie z. B. Sh7 machen und fand sich bald in einer hoffnungslosen Stellung wieder. Von Zeitnot geprägt war Roberts Partie, wenngleich auch er mit den schwarzen Steinen von Anfang an immer deutlichen Positionsvorteil hatte, der schließlich in einem schwarzen Mehrbauern auf b2 mündete. Nach der Zeitkontrolle wurde die Partie sehr kurzweilig, weil Robert in dem Bestreben, seinen König auf h5 zu aktivieren, seinem Gegner unfreiwillig Schwindel-Mattchancen bot. Robert ahnte die Gefahr aber und zog sich reumütig wieder zurück. Der starke Freibauer auf b2 blieb dennoch bis fast zum Schluss und wurde für den Gegner zum Sargnagel. Nachdem auch Eduard gewonnen hatte, konnten wir an den ersten fünf Brettern auf eine stolze Bilanz von 5 Punkten blicken.“

Hier die Partien der 2. Mannschaft zum Nachspielen:
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